FDA: Mögliches Risiko für Pulmonale Hypertonie beim Neugeborenen nach SSRI-Behandlung während der Schwangerschaft

Mittwoch, den 14. Dezember 2011

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA informiert in einer Drug Safety Mail darüber, dass während der Schwangerschaft angewendete selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) mit einem potentiellen Risiko einer persistierenden pulmonalen Hypertonie beim Neugeborenen (PPHN) verbunden sind.
SSRI werden zur Behandlung von Depressionen und weiteren psychischen Erkrankungen eingesetzt, wobei die Verwendung dieser Antidepressiva  in den USA zur Behandlung von Depressionen während der Schwangerschaft gebräuchlich und in der medizinischen Literatur dokumentiert ist.
Der im Jahr 2006 von der FDA veröffentlichte Ratgeber dazu basierte auf nur einer Studie, weshalb die FDA aktuellere Studien analysierte, die aber aufgrund gegensätzlicher Ergebnisse keine eindeutigen Schlussfolgerungen zur Kausalität zuließen. Die neuen Daten und Resultate sollen jedoch in die entsprechenden US-Produktinformationen aufgenommen werden.
Ärzten wird empfohlen, Depressionen bei schwangeren Frauen weiterhin sachgerecht zu behandeln und dabei das geringe potentielle Risiko für eine PPHN gegen die Risiken einer un(ter)behandelten Depression abzuwägen, die sich z. B. in niedrigem Geburtsgewicht, Frühgeburt, geringerem Wert auf der Apgar-Skala, aber auch in Missbrauch oder Vernachlässigung des Säuglings äußern können.

 

Quelle(n):
FDA Drug Safety Communication; 14. Dezember 2011: Selective serotonin reuptake inhibitor (SSRI) antidepressant use during pregnancy and reports of a rare heart and lung condition in newborn babies