Änderungen in der Verschreibungspflicht - Entwurf zur Abstimmung

Montag, den 15. Juli 2019

In seiner 81. Sitzung diskutierte der Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht kürzlich über mögliche Freistellungen und weitere Änderungen der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV).

Der Ausschuss empfiehlt demnach bei mehreren Wirkstoffen zur Anwendung am Menschen einen OTC-Switch, raus aus der bisherigen Verschreibungspflicht:

Zum einen könnten nach mehrheitlicher Zustimmung sumatriptanhaltige Präparate zur oralen Anwendung mit einem Wirkstoffgehalt von bis zu 50 mg Sumatriptan bald nicht länger einer Verschreibungspflicht unterliegen. Sumatriptan zählt zu den selektiven Serotonin-Rezeptor-Antagonisten und kann derzeit, nach ärztlicher Verordnung, für die akute Therapie von Migräneanfällen mit und ohne Aura eingesetzt werden.

Zustimmung fanden auch zwei Anträge bestimmte Schmerzmittel aus der Rezeptpflicht zu entlassen. Ginge es nach dem Ausschuss sollen künftig zum einen flüssige Ibuprofenhaltige Arzneimittelzubereitungen zur oralen Anwendung bei Erwachsenen und Kindern ab drei Monaten ohne Rezept erhältlich sein. Zum anderen sollen auch oral anzuwendende Analgetika, die Ketoprofen-Lysins als wirksamen Bestandteil enthalten, von einer Verschreibungspflicht ausgenommen werden.

Bislang handelt es sich nur um Empfehlungen, schlussendlich rechtliche Hoheit trägt das jeweilige zuständige Bundesministerium. Änderungen der AMVV erfolgen dabei durch Rechtsverordnungen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) und bedürfen der Zustimmung des Bundesrates.

Quellen:
[1] Veröffentlichung BfArM; 21. Juni 2019; 81. Sitzung (27. Juni 2019) - Kurzprotokoll Sachverständigen-Ausschuss für Verschreibungspflicht nach § 53 Absatz 2 AMG
[2] Fachinformation Imigran® Filmtabletten; GlaxoSmithKline; Juli 2018