Neu im Handel: Ibuprofenpflaster zur Schmerztherapie

Freitag, den 16. August 2019

Das nicht-steroidale Antirheumatikum (NSAR) Ibuprofen wird gegen Schmerzen verschiedenster Art eingesetzt - sowohl oral als auch topisch in Schmerzcremes und -gelen ist es für die Selbstmedikation erhältlich. Nun wird es den Wirkstoff rezeptfrei auch als Pflaster zum Aufkleben auf die Haut geben.

Mit der Anwendung als transdermales therapeutisches System (TTS) wird der pharmazeutische Unternehmer Reckitt Benckiser sein Nurofen®-Sortiment erweitern. Das neue, ibuprofenhaltige 10 x 14 Zentimeter große Pflaster wird einmal täglich auf die betroffene Körperpartie aufgebracht. Der Wirkstoff wird bis zu 24 Stunden kontinuierlich aus einer selbstklebenden Schicht in das schmerzende Gewebe abgegeben und lokal an der schmerzenden Stelle wirken. Zugelassen ist es für Erwachsene und Jugendliche ab 16 Jahren zur symptomatischen Kurzzeitbehandlung über maximal fünf Tage bei lokalen Schmerzen im Rahmen von Zerrungen oder verstauchten Gelenken.

Nachdem der Sachverständigenausschuss für Verschreibungspflicht empfohlen hatte, Ibuprofen zur transdermalen Anwendung als Pflaster in einer Konzentration bis zu 200 mg Ibuprofen pro Pflaster aus der Verschreibungspflicht zu entlassen, hat der Bundesrat daraufhin die notwendigen Änderungen der Arzneimittelverschreibungsverordnung (AMVV) beschlossen. So wurde im November 2017 die Ausnahme von der Verschreibungspflicht bei „Ibuprofen zur äußeren Anwendung“ um den Zusatz „einschließlich Pflaster ohne Zusatz weiterer arzneilich wirksamer Bestandteile in einer Wirkstoffmenge bis zu 200 mg Ibuprofen je abgeteilter Arzneiform“ ergänzt. Zwei Jahre später ist nun mit Nurofen® 24-Stunden Schmerzpflaster das erste entsprechende Produkt auf dem deutschen Markt erhältlich. Es bleibt abzuwarten, ob das ibuprofenhaltige Pflaster den bisher verfügbaren diclofenachaltigen Pflastern Konkurrenz machen wird, welche unter anderem von den Unternehmen Ratiopharm und GlaxoSmithKline vertrieben werden.

Ibuprofen ist ein nicht-steroidales Antiphlogistikum bzw. Antirheumatikum, das die Prostaglandinsynthese hemmt. Dadurch werden beim Menschen entzündlich bedingte Schmerzen, Schwellungen und Fieber reduziert. Verglichen mit oral angewendeten NSAR, ist die systemische Verfügbarkeit von topisch angewendetem Ibuprofen sehr gering. Nebenwirkungen, vor allem solche, die den Gastrointestinaltrakt betreffen, treten bei der äußerlichen Anwendung von Ibuprofen weniger häufig auf. Dennoch sollten insbesondere ältere Patienten sowie Patienten mit Nieren-, Herz- oder Leberfunktionsstörungen oder Magengeschwüren, Darmentzündungen oder hämorrhagischer Diathese vor Anwendung von Nurofen® 24-Stunden Schmerzpflaster ärztlichen Rat einholen.

Quellen:

[1] Fachinformation Nurofen® 24-Stunden Schmerzpflaster 200 mg wirkstoffhaltiges Pflaster; Reckitt Benckiser; November 2018
[2] Veröffentlichung Bundesgesetzblatt Teil I Nr. 74, 24. November 2017: Sechzehnte Verordnung zur Änderung der Arzneimittelverschreibungsverordnung, Seite 3780-3782