Adempas® kontraindiziert bei Patienten mit durch idiopatisch interstitieller Pneumonie ausgelöster pulmonaler Hypertonie

Freitag, den 24. Juni 2016

Wie die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) nun bekannt gab, wird in die Produktinformation von Adempas® (Wirkstoff Riociguat) eine weitere Kontraindikation mit aufgenommen: aktuell für die Behandlung der chronisch thromboembolischen pulmonalen Hypertonie (CTEPH) und der pulmonalen arteriellen Hypertonie (PAH) zur Verbesserung der Leistungsfähigkeit zugelassen, wird es für das Antihypertonikum keine zusätzliche Indikationserweiterung für den Bereich der pulmonalen Hypertension, welche durch idiopathische interstitielle Pneumonie (PH-IIP) ausgelöst wird, geben.

Grund dieser Empfehlung durch die EMA ist eine placebokontrollierte Phase 2 Studie (RISE-IIP), welche Adempas® bei 145 Patienten untersuchte, die an PH-IIP litten. Diese wurde frühzeitig aufgrund von vermehrt aufgetretenen Todesfällen und schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen abgebrochen. Als häufigste Nebenwirkungen wurde dabei über Atemprobleme oder Infektionen der Lunge berichtet. Die vorläufig gesammelten Daten dieser Studie zeigten ebenfalls keinen Vorteil für PH-IIP-Erkrankte. Sollten dennoch Patienten mit Adempas® im Rahmen dieser Indikation behandelt werden, gilt es, die Therapie abzubrechen und die Patienten sorgfältig zu überwachen. Ein Informationsbrief zu den vorgefallenen Ereignissen und Empfehlungen der EMA wird an die jeweiligen Fachkreise verschickt werden.

Das positive Nutzen-Risiko-Verhältnis von Adempas® in den seit März 2014 zugelassenen Indikationen der CTEPH und PAH zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit besteht nach wie vor. Der Wirkstoff Riociguat ist ein Stimulator der löslichen Guanylatcyclase (sGC), die ein Enzym des kardiopulmonalen Systems und der Rezeptor für Stickstoffmonoxid (NO) ist. Das Signalmolekül cGMP, welches durch die Bindung von sGC und NO entsteht, ist bei der Regulierung von Prozessen, die Gefäßtonus, Proliferation, Fibrose und Entzündung beeinflussen, von großer Bedeutung. Der Wirkmechanismus von Adempas® basiert auf der bei den betroffenen Patienten endothelialen Dysfunktion, der eingeschränkten NO-Synthese und der ungenügend ausgeprägten Bindung von NO an sGC. Riociguat kann durch Stabilisierung dieser Bindung die Empfindlichkeit gegenüber endogenem NO steigern, gleichzeitig direkt sGC stimulieren und somit den NO-sGC-cGMP-Weg wiederherstellen. Dadurch trägt er insgesamt zu einer erhöhten cGMP-Produktion bei und führt somit zu einer für den Patienten merklichen Steigerung der körperlichen Verfassung.

Patienten, die Fragen zu ihrer Medikation haben, sollten sich an ihren Arzt oder Apotheker wenden. Damit zukünftig jedoch ausgeschlossen werden kann, dass Ärzte Adempas® fälschlicherweise bei PH-IIP verschreiben, wird diese Art der pulmonalen Hypertonie als Kontraindikation in die aktuell gültigen Produktinformationen aufgenommen werden.

Quellen:
[1] Veröffentlichung EMA; 24. Juni 2016: Adempas not for use in patients with pulmonary hypertension caused by idiopathic interstitial pneumonia
[2] Fachinformation Adempas®; Bayer Pharma; März 2014