Agranulozytose unter Metamizol

Mittwoch, den 15. November 2017

Agranulozytose als Nebenwirkung einer Metamizol-Therapie

Mittels Drug Safety Mail möchte die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) an das Risiko einer Agranulozytose unter Metamizol erinnern. Anlass war die Todesfallmeldung eines 33-jährigen Mannes.

Metamizol unterliegt der Verschreibungspflicht und wird bei starken Schmerzen, beispielsweise nach operativen Eingriffen, Verletzungen oder Koliken sowie Tumorschmerzen und in Einzelfällen bei hohem Fieber, wenn andere therapeutische Maßnahmen keinen Erfolg bringen, angewandt.
Darreichungsformen sind verschieden und zahlreich - die Palette reicht von Injektionslösungen zur invasiven oder intramuskulären Anwendung über Tabletten zum Einnehmen oder auflösen, bis hin zu Tropfen und Zäpfchen.
Allen Metamizol-haltigen Arzneimitteln gemein ist die sehr seltene, jedoch lebensbedrohliche Nebenwirkung Agranulozytose. Hierbei kommt es zu einer vermutlich immunvermittelten starken Verminderung bestimmter weißer Blutkörperchen, den sog. Granulozyten.
Anzeichen einer Agranulozytose können sein: unerwartete Verschlechterung des Allgemeinbefindens mit hohem Fieber, Schüttelfrost, Halsschmerzen und Schluckbeschwerden sowie schmerzhaften Schleimhautveränderungen im Mund-Rachen-Raum oder Genital-/ Analbereich.
Diese sind nicht dosisabhängig und können zu jedem Zeitpunkt der Therapie auftreten.
Da vereinzelte Hinweise auf ein erhöhtes Risiko einer Agranulozytose bei längerfristiger Gabe (länger als eine Woche) hindeuten, wird bei Langzeitbehandlung mit Metamizol eine regelmäßige Kontrolle des Differenzialblutbildes empfohlen.

Laut Herstellerangaben und Empfehlung der AkdÄ, sollte die Behandlung bei Auftreten von Anzeichen einer Agranulozytose sofort abgebrochen werden und das Blutbild kontrolliert werden; mit einem Abbruch sollte nicht erst bis zum Vorliegen der Laborergebnisse gewartet werden.
Die AkdÄ empfiehlt zusätzlich auch Patienten und ggf. dessen Angehörige sowie Pflegepersonal für das Symptombild einer Agranulozytose zu sensibilisieren und sie über die Notwendigkeit einer sofortigen ärztlichen Vorstellung bei Anzeichen einer solchen aufzuklären.

Quellen:
[1] Drug Safety Mail AkdÄ 37-2017; 15. November 2017: Agranulozytose nach Einnahme von Metamizol
[2] Fachinformation Novalgin® Filmtabletten; Sanofi-Aventis; März 2017
[3] Gebrauchsinformation Novalgin® 1-g Injektionslösung; Sanofi-Aventis; Januar 2016