BfArM und PEI starten neue Webseite zur Meldung von Verdachtsfällen unerwünschter Arzneimittelwirkungen

Freitag, den 28. September 2018

Wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bekannt gibt, können Bürgerinnen und Bürger seit Ende September Verdachtsfälle von Nebenwirkungen fortan über eine modernisierte Webseite einreichen.
Die neue Seite, nebenwirkungen.pei.de, ist in Zusammenarbeit mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) entstanden und soll künftig die Meldung unerwünschter Nebenwirkungen weiter vereinfachen, um damit die gesetzliche Arzneimittelüberwachung und insbesondere die Früherkennung von Arzneimittelrisiken noch effizienter und sicherer zu gestalten.

Aufrufbar via Computer, Tablet oder Smartphone, wird die meldende Person durch ein Formular geleitet. Dieses bietet während der Eingabe unterstützende Zusatzinformationen und ermöglicht es, sowohl mehrere Nebenwirkungen zu einem bestimmten Arzneimittel, als auch Meldungen zu mehreren verschiedenen Arzneimitteln mit einer einzelnen Nebenwirkung einzureichen. Ziel war es, den Prozess einfach und komfortabel für den Nutzer zu gestalten. So ist der Zeitaufwand für eine Meldung laut PEI geringgehalten und es muss auch nicht bekannt sein, ob das mutmaßlich verursachende Arzneimittel in den Zuständigkeitsbereich des BfArMs oder des PEIs fällt. Die Meldung kann auf Wunsch anonym erfolgen, behält jedoch eine Bearbeitungsnummer. Es sind noch weitere Anpassungen vorgesehen: so soll demnächst auch das Aufrufen des Portals in Gebärdensprache und leichter Sprache möglich sein. Das Meldetool steht nicht nur betroffenen Patienten oder deren Angehörigen bzw. Betreuern offen, auch Ärzte können die Webseite nutzen.

Einmal eingereicht, werden die Verdachtsmeldungen gemäß den gesetzlichen Bestimmungen durch die Bundesoberbehörden auch an die europäische Verdachtsfall-Datenbank weitergeleitet. In dieser Datenbank können sämtliche europaweit gemeldete Fälle vermuteter arzneimittelbedingter Nebenwirkungen eingesehen werden.

Das Melden von Verdachtsfällen ist für die Garantie der Arzneimittelsicherheit unabdingbar und von großer Bedeutung. Gleichwohl sei allerdings erwähnt, dass eine Meldung keinen Arztbesuch ersetzt und betroffene Patienten in jedem Verdachtsfall Ihren behandelnden Arzt konsultieren sollten.


Quelle:
[1] Pressemitteilung PEI 18-2018; 26. September 2018: Nebenwirkungen von Arzneimitteln einfacher melden