Clozapin - Warnung vor unbehandelter Obstipation

Freitag, den 28. Februar 2020

Die FDA informiert im Zuge einer Drug Safety Communication über eine Verstärkung ihrer Warnung hinsichtlich schwerwiegender Folgen einer unbehandelten Obstipation, die bei Gabe von Clozapin in der Schizophrenie-Therapie auftreten können.

Clozapin beeinflusst bei der Mehrheit der Patienten die Funktion des Darms, sodass es unter einer Therapie häufig als unerwünschte Arzneimittelwirkung zu Verstopfungen kommt. Daraus können sich, wenn auch nur selten, schwere Darmprobleme entwickeln, die unbehandelt sogar zu einem Krankenhausaufenthalt (z. B. im Falle eines Darmverschlusses) oder schlimmstenfalls zum Tode führen können.
Zwischen dem Jahre 2006 und 2016 wurden insgesamt 10 beschriebene Fälle identifiziert, welche zu schwerwiegenden gastrointestinalen Problemen führten, die eine Hospitalisierung oder eine Operation erforderten oder letal endeten.
Laut FDA scheint das Risiko für die entsprechenden Nebenwirkungen Dosis- und Substanzabhängig. So ist die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von entsprechenden unerwünschten Arzneimittelwirkungen unter Clozapin höher als unter der Gabe anderer Schizophrenie-Medikamente, zudem steigt sie mit zunehmender Clozapin-Dosis und bei Comedikation mit anderen anticholinergen Arzneimitteln an.
Grund genug für die Behörde daher erneut und verstärkt auf die Risiken hinzuweisen.
Patienten werden nun explizit aufgefordert, bei bestimmten Symptomen ihren Arzt aufzusuchen. Dazu zählen unter anderem Symptome wie: eine geringere Stuhlfrequenz als gewöhnlich oder weniger als drei Stuhlgänge in der Woche, ein harter oder trockener Stuhlgang und Schwierigkeiten beim Windabgang.
Ein Arzt sollte weiterhin dann kontaktiert werden, wenn es unter der Gabe von Clozapin zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen oder einem aufgeblähten Bauch kommt.
Zudem sollen Patienten vor dem Risiko einer unbehandelten Verstopfung gewarnt und über möglicherweise daraus resultierende erhebliche Darmprobleme aufgeklärt werden. Generell sollen sie dazu ermutigt werden, während der Therapie auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten und ihre behandelnden Ärzte bei Auftreten oben genannter Symptome zu informieren.
Auch das medizinische Fachpersonal ist zu verstärkter Vorsicht angehalten. Laut FDA müssen die behandelnden Ärzte darauf achten, die Darmfunktion ihre Patienten vor Therapiebeginn mit Clozapin zu untersuchen und sich auch während der Therapie über die Frequenz und Beschaffenheit des Stuhlgangs ihrer Patienten zu informieren. Im Falle einer Obstipation oder eines Darmverschlusses in der Vergangenheit sollte direkt eine prophylaktische Behandlung mit Laxantien zu Therapiebeginn mit Clozapin in Erwägung gezogen werden.
Des Weiteren wird empfohlen, Clozapin nicht mit anderen anticholinergen Medikamenten, die ebenfalls zu einer reduzierten gastrointestinalen Mobilität führen können, zu verschreiben.

Im Rahmen der kontinuierlichen Überwachung wird die FDA das Sicherheitsmonitoring von Clozapin diesbezüglich weiterhin fortführen und bei weiteren Erkenntnissen die Öffentlichkeit informieren.

Quelle:
[1] Veröffentlichung (FDA) Drug Safety Communication; 28. Januar 2020: Clozaril®, Fazaclo ODT®, Versacloz® (clozapine): Drug Safety Communication - FDA Strengthens Warning That Untreated Constipation Can Lead to Serious Bowel Problems
handlung mit dem atypischen Neuroleptikum Clozapin auftreten können