Empfehlungen zu DPD-Tests vor Behandlungen mit Fluorouracil, Capecitabin, Tegafur und Flucytosin

Mittwoch, den 06. Mai 2020

Fluorouracil und seine Prodrugs werden zur Behandlung verschiedener Krebsarten eingesetzt. Sie wirken durch Hemmung von Enzymen, die an der Herstellung neuer DNA beteiligt sind und blockieren so das Wachstum von Krebszellen.

Die Empfehlung gilt auch für die Behandlung mit den verwandten Wirkstoffen Capecitabin und Tegafur, die im Körper in Fluorouracil umgewandelt werden. Von dieser Empfehlung ausgeschlossen sind Behandlungen von schweren Pilzinfektionen mit Flucytosin - ein mit Fluorouracil verwandter Wirkstoff, da der Behandlungsbeginn nicht verzögert werden sollte.

Ein Mangel des Enzyms DPD, das für den Abbau von Fluorouracil erforderlich ist, führt zur Anreicherung von Fluorouracil im Blut. Infolgedessen kann es zu schweren und lebensbedrohlichen Nebenwirkungen wie Neutropenie und Neurotoxizität führt, schwerer Durchfall und Stomatitis führen.

Patienten, denen DPD vollständig fehlt, dürfen keine Fluorouracil-Arzneimittel erhalten. Bei Patienten mit einem partiellen DPD-Mangel kann der Arzt eine reduzierte Anfangsdosis dieser Arzneimittel in Betracht ziehen. Da die Wirksamkeit einer reduzierten Dosis nicht erwiesen ist, können die folgenden Dosen erhöht werden, sofern keine schweren Nebenwirkungen auftreten. Durch eine regelmäßige Überwachung der Fluorouracil-Blutspiegel der Patienten, die Fluorouracil durch kontinuierliche Infusion (Tropf) erhalten, könnte das Behandlungsergebnis verbessert werden.

Betroffene Patienten können auf einen DPD-Mangel getestet werden, indem der Uracilspiegel (eine durch DPD abgebaute Substanz) im Blut gemessen oder das Vorhandensein bestimmter Mutationen im Gen für DPD überprüft wird. Hierbei sollten relevante klinische Richtlinien berücksichtigt werden. Für die Behandlung mit topischem Fluorouracil, welches bei Hauterkrankungen wie aktinischer Keratose und Warzen dermal angewendet werden, entfällt das Testen, da nur sehr geringe Mengen des Arzneimittels über die Haut aufgenommen werden.

Quelle: [1] Veröffentlichung Website ema.europa.eu: EMA recommendations on DPD testing prior to treatment with fluorouracil, capecitabine, tegafur and flucytosine (zugegriffen am 05. März 2020)