Entacapon - Kein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs

Freitag, den 23. August 2019

Wegen des Verdachts auf ein erhöhtes Risiko für Prostatakrebs hat die Amerikanische Zulassungsbehörde FDA das Medikament Stalevo® überprüft. Bei dem Arzneimittel des pharmazeutischen Unternehmers Orion handelt es sich um eine Dreierkombination aus Levodopa, Carbidopa und Entacapon. Wie die FDA nun meldet, geht mit der Einnahme des Antiparkinson-Präparates kein erhöhtes Risiko für die unheilvolle Krebserkrankung einher.

Entacapon ist ein Inhibitor der Catechol-O-Methyl-Transferase (COMT), der bei erwachsenen Patienten mit Morbus Parkinson eingesetzt wird. Angezeigt ist der Wirkstoff in genannter Kombination beim Auftretenvon "end-of-dose"-Fluktuationen im Krankheitsbild, die durch eine Behandlung mit Levodopa und einem Dopadecarboxylase-Hemmer nicht ausreichend stabilisiert werden können. Entacapon ist ein spezifischer und hauptsächlich peripher wirksamer Hemmer mit reversibler Wirkung, der die Clearance von Levodopa aus dem Blut verlangsamt, was zu einer Zunahme der Verfügbarkeit von Levodopa führt. In der Folge ist das klinische Ansprechen auf jede Levodopa-Dosis verstärkt und verlängert.

Die FDA teilte im März 2010 mit, dass das Medikament Stalevo® unter verstärkter Beobachtung steht. Auslöser war eine Studie, in der Patienten unter dem Dreifach-Kombinations-Präparat häufiger an Prostatakrebs erkrankt sind als die Vergleichsgruppe, die nur mit Levodopa und Carbidopa behandelt wurde. Daraufhin hat die FDA das Pharmaunternehmen Novartis beauftragt, eine weitere Studie durchzuführen, um das potenzielle Risiko weiter zu bewerten. Letztendlich kam sowohl diese Studie als auch eine davon unabhängige Überprüfung der Gesundheitsdaten von US-Veteranen zu dem Ergebnis, dass die Verwendung von Entacapon nicht mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs verbunden ist. Daher gibt es auch keinen Anlass, die Angaben in den Gebrauchs- und Fachinformationen zu ändern.

Es wurde gezeigt, dass Arzneimittel, die Entacapon mit Carbidopa und Levodopa enthalten, Symptome der Parkinson-Krankheit wie Muskelsteifheit, Zittern, Krämpfe und schlechte Muskelkontrolle wirksam behandeln. Solche Medikamente sind seit fast 20 Jahren zugelassen und auf dem Markt verfügbar. Es hat sich gezeigt, dass die Kombination von Entacapon mit Carbidopa und Levodopa in Stalevo® den Wirkungsverlust am Ende des Dosierungsintervalls bei Patienten mit Morbus Parkinson stärker verringert als mit Entacapon allein oder bei der Kombination von Carbidopa und Levodopa.

Patienten, die Bedenken und Fragen bezüglich ihrer Medikation haben, sollten sich an ihren Arzt wenden.

Quellen:
[1] Produktinformation (EMA) Stalevo®; Orion; März 2019
[2] FDA Drug Safety Communication; 13.08.2019: FDA review finds no increased risk of prostate cancer with Parkinson's disease medicines containing entacapone (Comtan, Stalevo)