FDA-Review über zwei Todesfälle assoziiert mit Zyprexa® Relprevv

Dienstag, den 24. März 2015

Die Amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat eine Untersuchung zweier Fälle durchgeführt, mit dem Ziel, die Ursache erhöhter Konzentrationen des Arzneimittels Zyprexa® Relprevv mit dem Wirkstoff Olanzapin im Blut zweier Patienten zu ermitteln, die beide 3-4 Tage nach der Injektion verstarben.

Olanzapin das zu der Gruppe der atypischen Neuroleptika zählt, weist eine Reihe von Rezeptor-Affinitäten auf, darunter für Serotonin-, Dopamin-, cholinerge Muskarinrezeptoren, α1-adrenerge- und Histamin H1-Rezeptoren. Die Injektionslösung wird eingesetzt zur Erhaltungstherapie bei erwachsenen Patienten mit Schizophrenie, inklusive Halluzinationen, Misstrauen und persönlichem Rückzug. Die Produktinformation des Arzneimittels enthält eine schwerwiegende Warnung vor einem geringen Risiko für das Auftreten eines Postinjektionssyndroms (im amerikanischen Sprachgebrauch: „Post-Injection Delirium Sedation Syndrome“, PDSS). Hier gelangt zu viel der Substanz schlagartig in den Blutkreislauf, was zu einer Intoxikation mit Sedierung, Delir bis hin zum Koma führen kann.

Die FDA kann nicht ausschließen, dass die Todesfälle durch ein solch schnelles, jedoch verzögertes Übergehen des Wirkstoffs in den Blutkreislauf nach intramuskulärer Injektion verursacht wurden. Die Untersuchung deutet darauf hin, dass ein großer Teil des Blutspiegelanstieges von Olanzapin nach dem Tod eingetreten sein könnten – eine Erkenntnis, die die extrem hohen Konzentrationen erklären würden, welche in beiden Patienten 3-4 Tage nach einer Injektion mit adäquater Dosierung von Zyprexa® Relprevv nachgewiesen wurden.

Aufgrund der überprüften Informationen empfiehlt die FDA derzeit keine Änderungen oder Maßnahmen der derzeitigen Verschreibung oder Gebrauch von Zyprexa® Relprevv. Patienten sollten eine Behandlung nicht abbrechen, ohne zuvor mit ihrem Arzt gesprochen zu haben.

Da es neue Informationen zum Arzneimittel geben könnte, wird Patienten empfohlen immer vor einer intramuskulären Injektion die aktuelle Produktinformation von Zyprexa® Relprevv zu lesen. Patienten oder deren Betreuer sollten jegliche Symptome eines Postinjektionssyndroms unverzüglich ihrem Arzt mitteilen.

Die FDA weist darauf hin, dass Ärzte sowie sonstiges medizinisches Fachpersonal bei der Therapie mit Zyprexa® Relprevv die Forderungen des Patientenbetreuungsprogramms („Risk Evaluation and Mitigation Strategy (REMS)“) sowie den aktuellen Produktempfehlungen folgen sollten. Diese beinhalten unter anderem, dass bei einer Therapie sowohl Verschreibende, medizinisches Fachpersonal, Patient und Apotheker in das Zyprexa® Relprevv Patientenbetreuungsprogramm eingetragen sein müssen. Des Weiteren muss eine Injektion in einer REMS-zertifizierten Gesundheitseinrichtung durchgeführt und die Patienten kontinuierlich überwacht werden für mindestens 3 Stunden nach der Applikation. Außerdem müssen Patienten auf dem Heimweg der Gesundheitseinrichtung nach der Behandlung von jemandem begleitet werden. Jeder Verdacht auf Nebenwirkungen oder unerwünschte Ereignisse bei der Anwendung des Arzneimittels sollte durch Patienten wie auch durch medizinisches Fachpersonal gemeldet werden.

Quellen:
[1] Veröffentlichung (Drug Safety Communication FDA) FDA; 23. März 2015: FDA Review of Study Sheds Light on Two Deaths Associated with the Injectable Schizophrenia Drug
[2] Fachinformation Zypadhera®; Lilly; März 2013.