FDA warnt vor Dosierfehlern beim Wechsel zwischen verschiedenen oralen Posaconazol-Formulierungen

Montag, den 04. Januar 2016

Die Amerikanische Zulassungsbehörde (FDA) weißt in einer kürzlich veröffentlichten Drug Safety Communication darauf hin, dass die beiden oralen Formulierungen des Antimykotikums Noxafil® (Posaconazol) unterschiedlichen Dosierungsregimes bedürfen.

Noxafil® ist in den USA, wie auch in Deutschland als Suspension zum Einnehmen, als retardierte bzw. magensaftresistente Tablette und als intravenöse Injektionssuspension erhältlich und wird zur Behandlung verschiedener Pilzinfektionen, u.a. solche die durch Pilze der Aspergillus- oder Fusariumfamilie stammen, als auch zur Vorbeugung von Pilzerkrankungen bei immunsupprimierten Patienten angewendet.

Wie die FDA berichtete, wurden in der amerikanischen Pharmakovigilanzdatenbank FDA Adverse Event Reporting System (FAERS) database seit Zulassung der zweiten oralen Formulierung von Noxafil® , den magensaftresistenten Tabletten, im Jahre 2013 insgesamt 11 Berichte über falsche Dosierungen verzeichnet. Ein Fall endete letal, ein weiterer mit Krankenhauseinweisung. Entsprechend der Fallberichte, sind die Dosierfehler auf die Unwissenheit der behandelnden Ärzte zurückzuführen. Diesen war nicht bewusst, dass beide oralen Formulierungen nicht ohne vorherige Dosisanpassung substituiert werden können.

Wird die Dosierung beim Wechsel zwischen den beiden Noxafil®-Produkten Suspension zum Einnehmen und den magensaftresistenten Tabletten eins zu eins übernommen, kann dies in Arzneimittelspiegeln resultieren, welche über oder unter dem therapeutisch notwendigen Level liegen.
Um weiteren Dosierfehlern vorzubeugen, soll daher auf Veranlassung der FDA in der Produktinformation darauf hingewiesen werden, dass zwischen den beiden oralen Formulierungen keine direkte Substitution ohne vorherige Dosisanpassung möglich ist. Die deutsche Fachinformation des Arzneimittels Noxafil® 100mg magensaftresistente Tabletten enthält hierzu bereits den Hinweis, dass die Tabletten und die Suspension zum Einnehmen aufgrund der unterschiedlichen Dosierung der beiden Darreichungsformen nicht abwechselnd angewendet werden dürfen.

Ferner sollen laut FDA Darreichungsform, Wirkstärke und die Häufigkeit der Einnahme von Noxafil® vom verschreibenden Arzt direkt auf dem Rezept vermerkt werden. Im Falle unklarer oder fehlender Angaben sollten die Apotheker Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten. Patienten werden zudem dazu angehalten vor einem Wechsel zwischen den beiden oralen Darreichungsformen ihren Arzt zu konsultieren.


Quellen:
[1] FDA Drug Safety Communication; 04. Januar 2016: FDA cautions about dosing errors when switching between different oral formulations of antifungal Noxafil (posaconazole); label changes approved
[2] Fachinformation Noxafil® 100mg magensaftresistente Tabletten; MSD Sharp & Dohme GmbH; April 2014