Lungenembolien und Todesfälle durch Extrakorporale Photopherese?

Dienstag, den 20. Februar 2018

Die Extrakorporale Photopherese stellt eine Art "Blutwäsche" dar. Im Gegensatz zur gewöhnlichen Therapie mit ultravioletter-A (UVA) -Strahlung werden nicht die betroffenen Hautareale, sondern das mit weißen Blutkörperchen angereicherte Blut außerhalb des Körpers bestrahlt und anschließend in den Blutkreislauf zurück infundiert.

Diese Behandlungsmethode wird bei schwer behandelbaren Immunerkrankungen und bestimmten bösartigen Veränderungen der weißen Blutzellen eingesetzt. Außerdem findet sie Anwendung als Zweitlinientherapie der Graft-versus-Host-Reaktion (GVHR) und in der Palliativtherapie des kutanen T-Zell-Lymphoms.

Die Amerikanische Zulassungsbehörde (FDA) berichtet nun über Fälle von Venösen Thromboembolien und Lungenembolien bei Patienten, die eine autologe Immunzelltherapie mit dem CELLEX ® Photopherese-System von Therakos erhalten haben. Die Vorfälle traten meist während oder kurz nach der Behandlung auf.

Seit 2012 gingen bei der FDA sieben Berichte von Patienten ein, die während oder kurz nach einer Behandlung eine Lungenembolie erlitten haben. Zwei der betroffenen Patienten verstarben nach dem Vorfall. Ein sicherer Zusammenhang zwischen der Lungenembolie und dem Todesfall bestehe allerdings nicht. Vier der Lungenembolie-Patienten, darunter auch die beiden Verstorbenen wurden zuvor gegen GVHR behandelt.

Des Weiteren wurden der FDA zwei Fälle von diagnostizierter Tiefer Venenthrombose (TVT) berichtet, die bei Patienten während oder kurz nach einer ECP-Behandlung auftraten. Beide wurden gegen GVHR therapiert. Obwohl das erhöhte TVT-Risiko von Patienten die nach einer Transplantation GVHR entwickeln, bekannt ist, legt der zeitliche Zusammenhang die Vermutung nahe, dass die ECP-Behandlung das TVT-Risiko noch weiter erhöht haben könnte. 

Die FDA empfiehlt die Gerätehinweise zur Antikoagulanziengabe über das System zu beachten und individuelle Anpassungen der Heparin-Dosis für jeden Patienten mit klinischem Urteilsvermögen durchzuführen. Zuständiges Krankenhauspersonal und betroffene Patienten sollen auf die Symptome und Anzeichen einer Lungenembolie oder TVT, die während oder nach einer Behandlung auftreten können, aufmerksam gemacht werden, des Weiteren sind sie dazu aufgefordert jeden Vorfall von venöser Thromboembolie im Zusammenhang mit einer ECP-Therapie, sowie andere unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Nebenwirkungen der Behandlung an die FDA zu melden.

Quellen:

[1] FDA Safety Alerts for Human Medicinal Products; 05.Februar 2018; Extracorporeal Photopheresis (ECP) Treatment: Letter to Health Care Providers - Death and Pulmonary Embolism 

[2] Veröffentlichung Website klinikum-augsburg.de: Extrakorporale Photopherese  

[3] Scheiderman, J. et al. Hematology Am Soc Hematol Educ Program. 2017 Dec 8;2017(1):639-644. 

[4] Robinson, CA. et al. Pediatr Transplant. 2018 Jan 29. doi: 10.1111/petr.13145.