#

Montelukast: Erinnerung an neuropsychiatrische Nebenwirkungen

Dienstag, den 05. November 2019

Die Britische Arzneimittelbehörde (MHRA) erinnert aktuell über das potentielle Risiko von neuropsychiatrischen Reaktionen, die unter einer Behandlung mit dem Asthmatherapeutikum Montelukast auftreten können.

Der oral anzuwendende Leukotrien-Rezeptor-Antagonist Montelukast wird u.a. bei erwachsenen und pädiatrischen Patienten mit leichtem bis mittelgradigem Asthma als Zusatzmedikation oder unter bestimmten Voraussetzungen als Behandlungsalternative zu inhalativen Corticosteroiden eingesetzt. Der antiasthmatische Effekt von Montelukast kommt dabei durch eine Blockade an Leukotrien-Rezeptoren zustande. Bestimmte entzündungsfordernde Mediatoren können dadurch nicht mehr an den Rezeptor binden und ihre asthmabegünstigende Wirkung (z.B. Verengung der Bronchien und Schleimsekretion) wird unterbunden.

Das Risiko von neuropsychiatrischen Symptomen in Verbindung mit einer Montelukast-Therapie ist zwar bereits bekannt, jedoch wurden diese laut MHRA in einigen Fällen erst verzögert als Nebenwirkung des Arzneimittels identifiziert. Aus diesem Grund weist die britische Arzneimittelbehörde nun explizit auf die Möglichkeit dieser unerwünschten Arzneimittelwirkung hin.

An eine neuropsychiatrische Reaktion sollte gedacht werden, wenn bei Patienten, die Montelukast erhalten, Symptome wie Schlafstörungen, Depression und Agitiertheit (gelegentlich), Störungen von Aufmerksamkeit und Gedächtnis (selten) und Halluzinationen und Suizidalität (sehr selten) beobachtet werden. Diese Reaktionen wurden sowohl bei Kindern und Jugendlichen als auch bei Erwachsenen berichtet. Sehr selten kann insbesondere bei Kindern unter fünf Jahren und kurz nach Beginn der Behandlung eine Sprechstörung, die als Stottern beschrieben wird, auftreten. Nach längerer Behandlungsdauer können auch Zwangssymptome ein Anzeichen für neuropsychiatrische Nebenwirkungen darstellen. Patienten sowie Betreuungspersonal sollten aufmerksam auf diese Symptome achten und ggf. unverzüglich ärztlichen Rat einholen. Werden neuropsychiatrische Reaktionen festgestellt sollte die Behandlung nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung fortgeführt werden.

Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) befasste sich bereits mit dem möglichen Risiko von neuropsychiatrischen Reaktionen, die bei Montelukast-Patienten in allen Alterststufen berichtet wurden. Als Resultat wurden Zulassungsinhaber angewiesen ihre Produktinformationen um entsprechenden Warnhinweise zu ergänzen.

Quellen:
[1] Fachinformation Singulair; MSD Sharp & Dohme; September 2019
[2] AkdÄ Drug Safety Mail 2019-59; 30.
Oktober 2019: Information der Britischen Arzneimittelbehörde zu Montelukast: Risiko von neuropsychiatrischen Reaktionen
[3] Veröffentlichung EMA; 08. Mai 2019: Montelukast: CMDh conclusions and ground for variation, amandments to the product information and timetable for the implementation
[4] Veröffentlichung MHRA; 10. September 2019: Montelukast (Singulair): reminder of the risk of neuropsychiatric reactions