Neuer Warnhinweis bezüglich Herzinsuffizienz zu Xalkori®

Dienstag, den 13. Oktober 2015

Mittels eines Rote-Hand-Briefes informiert das Unternehmen Pfizer in Abstimmung mit dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über neue Anwendungsempfehlungen zu Xalkori® (Crizotinib). In den Produktinformationen wird nun auf das Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz unter dem Proteinkinase-Inhibitor Crizotinib hingewiesen.

Das Produkt Xalkori® wird zur Behandlung von Erwachsenen mit vorbehandeltem, fortgeschrittenem nicht kleinzelligen Bronchialkarzinom (NSCLC), das ALK-(Anaplastische-Lymphom-Kinase)-positiv ist, angewendet.

Nach Auswertung von Daten aus klinischen Studien und Spontanberichten aus der klinischen Praxis wurde festgestellt, dass ein Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz unter der Therapie mit Crizotinib besteht. Bei den behandelten Patienten wurden schwere, teils tödlich verlaufende Fälle von Herzinsuffizienz berichtet. Dies betraf sowohl Patienten mit, als auch ohne vorbestehende Herzerkrankung.
In klinischen Studien hatten 19 (1,1%) der mit Crizotinib behandelten Patienten eine Herzinsuffizienz (Herzinsuffizienz, kongestive Herzinsuffizienz, Ejektionsfraktion verringert, linksventrikuläre Dysfunktion, Lungenödem), wobei in acht Fällen eine Insuffizienz 3. oder 4. Grades auftrat. In drei Fällen verlief die Herzinsuffizienz tödlich. Seit der Marktzulassung, Stand 25. Februar 2015, erhielten ca. 14.700 Patienten den Proteinkinase-Inhibitor. 40 Fälle von Herzinsuffizienz wurden seitdem berichtet, 15 davon verliefen tödlich. Die Herzschwäche trat mehrheitlich im ersten Behandlungsmonat auf und bildete sich bei sieben Personen nach dem Absetzen von Crizotinib zurück. Die Symptome traten jedoch in drei Fällen nach Wiederaufnahme der Therapie erneut auf. In drei der sieben Fälle konnten keine beeinflussenden Herzerkrankungen festgestellt werden (frühere Erkrankungshistorie, Komorbidität und Begleitmedikation).

Zur Vorbeugung und Minimierung des Risikos wird nun in der Produktinformation in den Rubriken „Warnhinweisen“ und „Nebenwirkungen“ darauf hingewiesen. Die Patienten sollten bezüglich der Anzeichen und Symptome einer Herzinsuffizienz überwacht werden. Treten z. B. Dyspnoe, Ödeme und eine rasche Gewichtszunahme durch Flüssigkeitsretention auf, muss eine Unterbrechung der Therapie,  eine Reduzierung der Dosis oder sogar ein Abbruch der Behandlung in Erwägung gezogen werden.

Alle Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen unter Xalkori® sollten an Pfizer oder das BfArM gemeldet werden.

Quelle:
Rote-Hand-Brief Xalkori® (Crizotinib); 13. Oktober 2015; Xalkori® (Crizotinib) 200 mg und 250 mg Hartkapseln zur oralen Anwendung;  Neuer Warnhinweis zur Herzinsuffizienz