Ocaliva® - Hervorgehobene Dosisempfehlung soll Gefahr für Überdosierungen verringern

Montag, den 12. Februar 2018

Bereits im September vergangenen Jahres warnte die amerikanische Zulassungsbehörde (FDA) vor schweren Leberschäden unter dem Arzneimittel Ocaliva®, nun gibt es erneut Anlass für weitere Warnhinweise. Wie bekannt wurde, ist in einigen Fällen bei der Behandlung der primären biliären Cholangitis (PBC) bei Patienten mit mäßig schweren bis schweren Leberfunktionsstörungen die empfohlene Dosierung weit überschritten worden, was zu schwerwiegenden Leberschädigungen bis hin zum Leberversagen und vereinzelt Todesfällen führte.

Bei der Erkrankung PBC kann es zu einem Rückstau und Verbleib von Gallenflüssigkeit in der Leber kommen, da abführende Gallengänge entzündet oder zerstört sind. Mit der Zeit führt dies zum Funktionsverlust der Leber. Als Agonist des Farnesoid-X-Rezeptors hemmt der in Ocaliva®, enthaltene Wirkstoff Obeticholsäure die Produktion von Gallensäure in den Leberzellen und beeinflusst damit den Krankheitsverlauf der PBC positiv. 

Die in der Packungsbeilage des Arzneimittels aufgeführten Dosisempfehlungen sowie entsprechende Dosisanpassungen sind zwar korrekt, dennoch wurde, wie eingangs erwähnt, das Medikament einigen Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Leberfunktionsstörung fälschlicherweise täglich anstatt wöchentlich verabreicht.

Um die Sicherheit der Patienten bei der Behandlung zu verbessern wird nun auf europäischer Ebene in einem Rote-Hand-Brief des pharmazeutischen Hersteller Intercept Pharma in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf die ordnungsgemäße Dosierung und Vorsichtsmaßnahmen während der Anwendung von Ocaliva® bei Patienten mit bei mäßiger bis schwerer Leberinsuffizienz hingewiesen. Auch die FDA veröffentlichte ergänzende Empfehlungen bezüglich der Ocaliva®- Therapie. 

Die Überprüfung der Leberfunktion vor Therapiebeginn als auch die kontinuierliche Überwachung während der Anwendung sollten künftig verstärkt beachtet werden. Außerdem werden die betreffenden Informationen zum Risiko einer Leberschädigung und zur korrekten Dosierung aktualisiert. In den US-amerikanischen Produktinformationen wird dies zusätzlich durch Verwendung des sogenannten "Boxed-Warnings", einer schwarzen Umrandung hervorgehoben.

Patienten, die mit Ocaliva® behandelt werden, sollten über die Notwendigkeit einer regelmäßigen Überwachung der Leberwerte unterrichtet werden. Zudem sollten Patienten während der Therapie auf Anzeichen einer Verschlechterung der Leberfunktion, wie vermehrtes Hautjucken achten und dies gegebenenfalls unverzüglich dem behandelnden Arzt mitteilen. 

Bei einer Verschlechterung der Leberfunktion muss die Dosis unter ärztlicher Aufsicht umgehend angepasst bzw. die Behandlung bis zur Verbesserung der Leberwerte ausgesetzt werden.

Die Gesundheitsbehörden werden das Sicherheitsprofil des Arzneimittels weiterhin beobachten und sobald neue Informationen verfügbar sind, diese entsprechend der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Angehörige von Gesundheitsberufen und Patienten werden aufgefordert unerwünschte Arzneimittelwirkungen und Nebenwirkungen, die unter der Behandlung mit Ocaliva® auftreten an die zuständige Behörde zu melden.

Quellen:

[1] FDA Drug Safety Communciation; 01.Februar 2018: Ocaliva® (obeticholic acid)- Drug Safety Communication - Boxed Warning Added To Highlight Correct Dosing

[2] Produktinformation (EMA) Ocaliva®; Intercept Pharma; Juni 2017