Risiko von Blutungen und Rhabdomyolyse unter Cotellic®(Cobimetinib)-Therapie

Freitag, den 21. April 2017

Mittels eines Rote-Hand-Briefes informiert das pharmazeutische Unternehmen Roche Pharma in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) über das Risiko von Blutungen und Rhabdomyolyse mit dazugehörigen Empfehlungen und Dosisanpassungen bezüglich seines antineoplastischen Arzneimittels Cotellic®.

Cotellic® wird in Kombination mit Vemurafenib zur Behandlung bei erwachsenen Patienten mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Melanom (schwarzen Hautkrebs) mit BRAF-V600-Mutation angewendet. Das Auftreten der genannten Nebenwirkungen sind bereits seit den Zulassungsstudien bekannt, nun wurde bei der Auswertung von Unbedenklichkeitsberichten für den Zeitraum nach der Markeinführung und den Daten laufender klinischer Studien weitere Fälle von schweren Blutungsereignissen wie auch von Rhabdomyolyse beobachtet. Dies hat zur Folge, dass sich die Produktinformationen von Cotellic® um weitere Hinweise und Dosisanpassungen erweitern werden.

Künftig sollen die Serum-Kreatinphosphokinase (CPK)- und Kreatinin-Spiegel vor Behandlungsbeginn bestimmt und während der Behandlung monatlich bzw. wie klinisch erforderlich kontrolliert werden. Werden hierbei erhöhte CPK- Spiegel festgestellt, ist weiter zu prüfen, ob Anzeichen und Symptome einer Rhabdomyolyse oder andere Ursachen vorliegen. Wird eine Rhabdomyolyse ausgeschlossen, muss die Dosis von Cobimetinib beim Auftreten asymptomatischer CPK-Erhöhungen von Grad <= 3 nicht angepasst werden. Tritt hingegen eine Rhabdomyolyse, symptomatischen CPK-Erhöhungen oder asymptomatischen CPK-Erhöhungen von Grad 4 auf, soll die Therapie mit Cobimetinib unterbrochen werden. Dauerhaft muss die Behandlung abgesetzt werden, wenn innerhalb von 4 Wochen keine Verbesserung der klinischen Werte erreicht wird. Verbessert sich der Schweregrad aber um mindestens ein Grad, kann die Behandlung mit Cotellic® unter engmaschiger Kontrolle mit einer um 20 mg reduzierten Dosis wiederaufgenommen werden. Wird die Dosierung von Cotellic® angepasst, kann währenddessen nichts desto trotzt mit der Vemurafenib- Therapie fortgefahren werden. 

Ein Warnhinweise zu schweren Blutungen wird mit folgenden Empfehlungen ebenfalls ergänzt. 

Bei Blutungsereignissen von Grad 3 oder Grad 4 soll die Behandlung mit Cobimetinib unterbrochen werden. Vemurafenib kann bei klinischer Indikation während einer Unterbrechung der Behandlung von Cobimetinib fortgesetzt werden. Ob die Behandlung nach Grad 3 Blutungen wiederaufgenommen werden soll, erfolgt nach klinischem Ermessen. Treten Ereignisse von Grad 4 oder zerebrale Blutungen auf, welche auf das Arzneimittel zurückzuführen sind, soll Cotellic® dauerhaft abgesetzt werden. Bei Patienten mit zusätzlichen Risikofaktoren für Blutungen, wie Hirnmetastasen, und/ oder bei Patienten mit Begleitmedikation, die das Blutungsrisiko erhöhen, z.B. eine Therapie mit Thrombozytenaggregationshemmern oder Antikoagulanzien ist bei der Anwendung mit Cotellic® Vorsicht geboten. 

Das Arzneimittel unterliegt weiterhin einer zusätzlichen Überwachung um eine schnelle Identifizierung neuer Erkenntnisse über die Sicherheit zu gewährleisten. Ärzte sind aufgefordert die möglichen Risiken einer Therapie mit Cotellic® mit ihren Patienten, wie auch sofern zutreffend mit deren Bezugspersonen zu besprechen. Darüber hinaus sind alle Angehörige von Gesundheitsberufen stets dazu aufgefordert, Verdachtsfälle einer Nebenwirkung anzuzeigen, um eine kontinuierliche Überwachung des Nutzen-Risiko- Verhältnisses des Arzneimittels zu gewährleisten. 

Quellen:

[2] Fachinformation Cotellic®; Roche Pharma; Juli 2016