SGLT-2-Hemmer als Auslöser einer Ketoazidose

Freitag, den 15. Mai 2015

Die Amerikanische Zulassungsbehörde (FDA) diskutiert derzeit die notwendigen Maßnahmen bezüglich der Anwendung der SGLT-2-Hemmer Canagliflozin, Dapagliflozin und Empagliflozin, für die ein Risiko für die Entstehung eine Ketoazidose ermittelt wurde.

SGLT-2-Hemmer inhibieren den Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT-2). Dieser Transporter ist hauptsächlich verantwortlich für die Rückresorption von Glucose in der Niere. Durch Hemmung von SGLT-2 wird mehr Glucose ausgeschieden als zurück in den Körper transportiert und somit Hyperglykämien vermindert, wodurch die Blutzuckerkontrolle verbessert wird. Allerdings ist dieser Wirkmechanismus abhängig von der Filtrationsleistung der Niere (GFR) sowie der initialen Blutglucose-Konzentration.

Canagliflozin, Dapagliflozin und Empagliflozin werden daher eingesetzt zur Therapie des Diabetes mellitus Typ 2 zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle, wenn Diät und Bewegung allein nicht ausreichend sind und Metformin oder andere Blutzucker-senkende Arzneimittel nicht genügen (Kombinationstherapie) oder kontraindiziert sind (Monotherapie).

Im Zusammenhang mit der Behandlung mit SGLT-2-Hemmern waren zwischen März 2013 und Juni 2014 in der amerikanischen UAW-Datenbank (FAERS) etwa 20 Meldungen über Azidosen (diabetische Ketoazidose, Ketoazidose und Ketose) eingegangen, die einen Besuch in der Notaufnahme oder eine Hospitalisierung mit sich zogen. Auch nach diesem Zeitraum wurden derartige Fälle an die FAERS berichtet.

Im Gegensatz zu den Ketoazidose-Fällen, die vor allem bei Typ-1-Diabetikern auftreten, waren die gemessenen Blutzuckerspiegel bei den Ketoazidose-Patienten, die SGLT-2-Hemmer einnahmen jedoch nur minimal erhöht.

Die FDA empfiehlt daher zunächst allen Patienten, auf die Anzeichen einer Ketoazidose zu achten, und diese sofort ihrem Arzt zu melden. Diese sind Atembeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, Abdominalschmerzen, sowie Verwirrtheit und Fatigue, bzw. eine starke Schläfrigkeit. Die Patienten sollten jedoch, falls sie diese Symptome bemerken, nicht etwa die Diabetes-Medikation absetzen, sondern sollten umgehend die Beschwerden an einen Arzt melden.

Der behandelnde Arzt hingegen sollte bei Meldungen über o.g. Beschwerden eine Azidose als mögliche Ursache in Betracht ziehen und falls sich der Verdacht bestätigt, den SGLT-2-Hemmer absetzen und entsprechende Maßnahmen ergreifen um die Azidose zu beheben und den Blutzuckerspiegel zu überwachen.

Die FDA prüft nun diesen Sicherheitsaspekt um zu entscheiden, welche Maßnahmen ergriffen werden sollen um die Therapiesicherheit der SGLT-2-Hemmer zu erhöhen, z.B. Änderungen der Produktinformationen dieser Wirkstoffgruppe.

Quellen:    
[1] Veröffentlichung (Drug Safety Communication FDA) FDA; 15. Mai 2015: FDA warns that SGLT2 inhibitors for diabetes may result in a serious condition of too much acid in the blood
[2] Fachinformation Jardiance®; Boehringer Ingelheim; Mai 2014.
[3] Fachinformation Forxiga®; AstraZeneca; Oktober 2014.