Sicherheitsrelevante Arzneimittelinformationen zu Imbruvica®(Ibrutinib)

Montag, den 17. Juli 2017

Der pharmazeutische Hersteller Janssen- Cilag möchte mittels eines Rote-Hand-Briefes im Einvernehmen mit der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte über neue Sicherheitshinweise bezüglich seines Arzneimittel Imbruvica® informieren. 

Ibrutinib, ein Proteinkinase- Inhibitor, ist derzeit als Einzelsubstanz  zum einen zur Behandlung erwachsener Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Mantelzell- Lymphom (MCL), zum anderen zur Therapie  erwachsener Patienten mit nicht vorbehandelter chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) indiziert. Darüber hinaus wird es zur Behandlung erwachsener Patienten mit Morbus Waldenström (MW), die mindestens

eine vorangehende Therapie erhalten haben, oder zur Erstlinien-Therapie bei Patienten, die für eine Chemo Immuntherapie nicht geeignet sind, eingesetzt.

Es konnte nun auf Grundlage von klinischen Studien und Fällen nach der Marktzulassung Hepatitis-B-Reaktivierungen bei mit Ibrutinib behandelten Patienten identifiziert werden. Es handelt sich hierbei zwar bisweilen nicht um Berichte von fulminanten Leberversagen mit der Notwendigkeit einer Lebertransplantation, jedoch wurde ein Fall mit tödlichem Ausgang gemeldet ,welcher auf eine Hepatitis-B-Virus-(HBV)-Reaktivierung zurückzuführen ist. Der Verstorbene litt gleichzeitig an einem metastasierten Melanom mit Befall der Leber, Lunge und Milz. 

Die anderen Fälle einer Reaktivierung schlossen sowohl Patienten mit einer dokumentierten Anamnese mit Hepatitis-B mit ein, als auch Fälle bei denen die Hepatitis-B-Serologie zu Therapiebeginn negativ war. In den klinischen Studien kam es selten zu einer Reaktivierung der Hepatitis-B, wobei eine aktive Hepatitis- B-Infektion ein Ausschlusskriterium für die Probanden darstellte. 

Bis zum Beginn der Reaktivierung ließ sich kein Muster erkennen. In den meisten Fällen wurde die Therapie mit Imbruvica® unterbrochen oder ganz abgesetzt. Anschließend wurden die Betroffenen mit einer antiviralen HBV-Medikation entsprechend der lokalen Behandlungsstandards therapiert, sodass die HBV-Last reduziert werden konnte.

Es gibt einige Fälle bei dem der Einsatz von Imbruvica® nicht von einer vorherigen oder begleitenden Chemoimmuntherapie zu trennen ist, die womöglich ebenfalls zu viralen Reaktivierungen führen kann.  

Wegen den identifizierten Fällen einer Hepatitis-B-Reaktivierung werden die Fachinformation und Packungsbeilage von Imbruvica® daher künftig um folgende Sicherheitsinformationen aktualisiert:

Vor Therapiebeginn sollen alle Patienten auf eine HBV-Infektion untersucht werden. Ist das Ergebnis der Hepatitis-B-Serologie positiv, soll eine Experte für Lebererkrankungen zugezogen werden, bevor die Therapie mit Imbruvica® begonnen wird. Ist die Behandlung mit Ibrutinib trotz eines positiven Testes notwendig, sollen die Betroffenen entsprechend des lokalen medizinischen Behandlungsstandards überwacht und / oder behandelt werden, um so einer Reaktivierung des HBV vorzubeugen. 

Mit dieser Aktualisierung folgt Janssen-Cilag den Empfehlungen von EMA und BfArM. Weiterhin werden alle Angehörige von Heilberufen daran erinnert, unerwünschte Arzneimittelwirkungen die im Zusammenhang mit Imbruvica® stehen könnten, zu melden. 

Quellen:

[2] Fachinformation Imbruvica®; Janssen-Cilag; Februar 2017