XGEVA® Injektionslösung: Risiko eines neuen primären Malignoms unter Denosumab

Freitag, den 18. Mai 2018

Aus gegebenem Anlass informiert der pharmazeutische Unternehmer Amgen in Abstimmung mit der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) und dem Paul-Ehrlich-Institut aktuell Angehörige der medizinischen Heilberufe über ein mögliches Risiko eines neuen primären Malignoms unter der Behandlung mit XGEVA® Injektionslösung.

Angewendet wird der in XGEVA® enthaltene humane monoklonale Antikörper (IgG2) Denosumab bei Erwachsenen mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen und Knochenbefall zur Vorbeugung skelettbezogener Komplikationen wie pathologische Frakturen, Knochenbestrahlung, Rückenmarkkompression oder operativer Eingriffe am Knochen. Außerdem kann es zur Behandlung Erwachsener und skelettal ausgereifter Jugendlicher mit Riesenzelltumoren des Knochens, die nicht resezierbar sind oder bei denen eine operative Resektion wahrscheinlich zu einer schweren Morbidität führt, eingesetzt werden. 

Denosumab bindet mit hoher Affinität und Spezifität an RANKL (Receptor Activator of NF-κB Ligand) und beeinflusst damit die Knochenstruktur und die Mineralisation. RANKL ist essentiell für die Bildung, die Funktion und das Überleben von Osteoklasten, welche für die Knochenresorption verantwortlich sind. Eine erhöhte Osteoklastenaktivität ist maßgeblich für den Knochenabbau bei Knochenmetastasen und Multiplem Myelom. Durch die Bindung von Denosumab wird die Interaktion zwischen dem Liganden RANKL und seinem Rezeptor RANK verhindert, woraus sich eine reduzierte Anzahl und Funktion von Osteoklasten ergibt. Infolgedessen werden die Knochenresorption und die Tumor-induzierte Knochenzerstörung vermindert.

Ergebnisse einer gepoolten Analyse von vier Phase-III-Studien bei Patienten mit fortgeschrittenen Krebserkrankungen und Knochenbefall führten nun zu Sicherheitsbedenken bezüglich einer Therapie mit XGEVA®. Im Rahmen der klinischen Studien traten in einem medianen Behandlungszeitraum von etwa 13 Monaten bei 1,5% der Patienten, die während der primären doppelblinden Behandlungsphasen einmal monatlich 120 mg Denosumab erhielten neue primäre Malignome auf. Unter den Patienten, die einmal monatlich mit 4 mg Zoledronsäure therapiert wurden lag der Anteil lediglich bei 0,9%. Die kumulative Inzidenz neuer primärer Malignome nach einem Jahr war damit unter Denosumab mit 1,1% fast doppelt so hoch als bei der Zoledronsäure-Behandlung mit einer Häufigkeit von 0,6%. Für einzelne oder Gruppen von Krebserkrankungen war dabei kein behandlungsbedingtes Muster zu erkennen.

Die neu gewonnenen Erkenntnisse werden in Kürze in die Produktinformation von XGEVA® aufgenommen werden.

[1] Pharmakovigilanznachricht Paul-Ehrlich-Institut; 17. Mai 2018: Informationsbrief der Amgen GmbH zu Xgeva® (Denosumab)

[2] Fachinformation XGEVA®; Amgen; März 2018