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Körpereigene Knorpelzelltransplantation

Knorpeldefekt

Spherox®: Gelenkerhaltende Therapie von Knorpeldefekten mit ausschließlich körpereigenen Zellen.

 

Bei dem Arzneimittel Spherox® handelt es sich um ein Zelltherapieprodukt mit ausschließlich körpereigenen Knorpelzellen zur minimalinvasiven Behandlung von Knorpelschäden an Gelenken, das Anwendung findet bei der Reparatur symptomatischer Gelenkknorpeldefekte der Femurkondyle und der Patella des Knies bei Erwachsenen und Jugendlichen mit geschlossener Epiphysenfuge in dem betroffenen Gelenk. Es kommt zum Einsatz, wenn die betroffene Fläche 10 cm² nicht überschreitet.

Spherox® enthält Sphäroide, also kugelförmige Aggregate von Chondrozyten und selbst synthetisierter extrazellulärer Matrix. Bei den Chondrozyten handelt es sich um Zellen des gesunden Knorpels, die aus dem körpereigenen Gewebe des Patienten hergestellt wurden.

Im Jahre 2017 erhielt Spherox® die europäische Zulassung für neuartige Therapien von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) und ist nun erhältlich als Suspension, die als intraartikuläre Implantation verabreicht wird. Die Herstellung des Arzneimittels erfolgt speziell für jeden einzelnen Patienten und es muss von einem qualifizierten Arzt in einer medizinischen Einrichtung verabreicht werden.

Die Herstellung von Spherox® und die matrixassoziierte autologe Chondrozytenimplantation basiert auf folgenden Schritten: Zunächst erfolgt die Entnahme einer kleinen Probe aus dem Knorpel im Knie des Patienten mittels einer Arthroskopie. Der zweite Schritt beinhaltet die Züchtung der Knorpelzellen und dient zur Herstellung einer Suspension aus Chondrozyten-Sphäroiden. Dazu werden die Knorpelzellen aus dem entnommenen Gewebe isoliert und unter Blutzugabe in der Reinraumanlage vermehrt.  Die während dieses Schrittes entstandenen Knorpelkügelchen werden in einem minimal-invasiven Eingriff in den beschädigten Bereich des Knorpels im Knie eingebracht. Nachdem sie dort haften, bilden sie neue Knorpelmatrix, die sich mit dem gesunden Knorpel verbindet.

Im Anschluss an die Transplantation steht ein personalisierter Rehabilitationsplan, einschließlich Physiotherapie, für den Patienten an. Dadurch können die Chondrozyten-Sphäroide den Knorpeldefekt auffüllen.

Im Rahmen von zwei Studien an Erwachsenen zeigte sich, dass Spherox® bei den betroffenen Patienten eine Besserung der Symptome und eine verbesserten Kniefunktion bewirkte. Als Hauptindikator für die Wirksamkeit wurde der Knee Injury and Osteoarthritis Outcome Score (KOOS) herangezogen. Bei diesem Indikator erfolgt die Einstufung der Ergebnisse in Bezug auf Knieverletzungen und Arthrose auf einer Skala von 0 bis 100, wobei 0 für schwerste Symptome und 100 für keine Symptome steht. Durch Einstufung der Schwere ihrer Symptome konnten die Patienten diesen Score selbst bestimmen. In der ersten Studie mit 100 Erwachsenen erfolgte ein Vergleich von Spherox® mit einer Mikrofrakturierung, einer Art von chirurgischem Eingriff zur Behandlung von Knorpeldefekten. Spherox® konnte den Ergebnis-Score bis fünf Jahre nach der Behandlung um 22 bis 28 Punkte verbessern und war genauso wirksam wie die Mikrofrakturierung.

In der zweiten Studie nahmen 73 Patienten mit 4 bis 10 cm² großen Knorpeldefekten im Knie teil. Da eine Mikrofrakturierung zur Reparatur solch großer Defekte nicht empfohlen wird, erhielten alle Teilnehmer eine Behandlung mit Spherox®. Die Ergebnis-Scores der Patienten verbesserten sich im ersten Jahr um 16 Punkte. Bis zu drei Jahre nach der Behandlung wurden weitere Verbesserungen festgestellt, wobei diese bis zu fünf Jahre nach der Behandlung stabil blieben.

Sehr häufigen Nebenwirkungen von Spherox® sind Knochenmarködeme, Gelenkschmerzen, Gelenkerguss, Gelenkschwellungen und Schmerzen. Die Anwendung der matrixassoziierten autologen Chondrozytenimplantation darf nicht bei Vorliegen einer primären generalisierten Arthrose oder bei einer fortgeschrittenen Arthrose im betroffenen Gelenk erfolgen. Weitere Gegenanzeigen bestehen bei Patienten mit nicht vollständig geschlossener Wachstumsfuge in dem betroffenen Gelenk und bei Vorliegen einer Infektion mit Hepatitis B oder C sowie HIV.

 

 

Quellen:

[1] Produktinformation (EMA) Spherox®; CO.DON; 14. Juli 2021 
[2] Veröffentlichung (EPAR - Medicine overview) EMA; 14. Juli.2021: Spherox®
[3] Pressemitteilung CO.DON; 05. November 2018; CO.DON AG – Schwerpunktkliniken in Deutschland auf Spherox umgestellt – Erstattung gesichert
[4] Veröffentlichung Website codon.de: Wir entwickeln personalisierte, körpereigene Zelltherapien zur Behandlung von Gelenkknorpeldefekten (zugegriffen am 27.06.2022)

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