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Neues orales Anti­diabe­tikum verfügbar

Blutzuckermessgerät, Kapseln und Stethoskop
Blutzucker

Mit Steglatro® erweitert der pharmazeutische Unternehmer MSD sein Portfolio zur Therapie von Patienten mit Typ-2-Diabetes. 

Es wird erwartet, dass die weltweite Prävalenz von Typ-2-Diabetes bei Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 79 Jahren bis zum Jahr 2040 auf 10.4% ansteigt - 2015 lag die Prävalenz in dieser Altersgruppe noch bei 8.8%. Damit ist und bleibt Typ-2-Diabetes, mitsamt seiner Komplikationen, ein großes Gesundheitsproblem und damit eine große Belastung der Gesundheitssysteme weltweit.   

Die aktuellen Leitlinien der European Association for the Study of Diabetes (EASD) empfehlen als Erstlininientherapie den Einsatz des oralen Antidiabetikums Metformin. Wird innerhalb von drei Monaten keine ausreichende glykämische Kontrolle erreicht, wird eine Kombinationstherapie aus Metformin und einem weiteren oralen Antidiabetikum empfohlen. Eine Therapieoption sind hier die Hemmstoffe des Natrium-Glucose-Cotransporter-2(SGLT2), dem Haupttransporter für die Rückresorption von Glucose in der Niere.  

SGLT2-Hemmer, auch Gliflozine genannt, verringern die Rückresorption von renal filtrierter Glucose, senken die Nierenschwelle für Glucose ab und steigern so die Glucoseausscheidung im Urin. Bislang waren drei Gliflozine in Deutschland verfügbar: Dapagliflozin, Canagliflozin und Empagliflozin. Mit dem in Steglatro® enthaltenen Wirkstoff Ertugliflozin kommt nun ein vierter Vertreter dieser Substanzklasse auf den deutschen Markt.   

Steglatro® ist bei Erwachsenen ab 18 Jahren mit Typ-2 Diabetes mellitus als Ergänzung zu Diät und Bewegung zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle indiziert, sowohl als Monotherapie bei Patienten, die Metformin aufgrund von Kontraindikationen oder Unverträglichkeiten nicht einnehmen können, oder zusätzlich zu anderen Antidiabetika. 

Das Arzneimittel ist als 5 und 15 mg Filmtabletten erhältlich, wobei die empfohlene Anfangsdosierung 5 mg Ertugliflozin einmal täglich morgens beträgt. Bei Bedarf (weiterhin zu hoher Blutglukosespiegel des Patienten) kann die Dosis auf 15 mg einmal täglich erhöht werden.   

Diverse Studien an insgesamt 4.800 Patienten mit Typ-2-Diabetes, die hauptsächlich die Auswirkungen von Ertugliflozin auf die HbA1c-Werte (ein Messwert für den Glukosespiegel im Blut) untersuchten, haben gezeigt, dass eine Senkung des Glukosespiegels durch Ertugliflozin allein und in Kombination mit einem anderen Arzneimittel gegen Diabetes möglich ist. Es wurde außerdem gezeigt, dass Ertugliflozin die Patienten zusätzlich auch bei einer Reduzierung ihres Körpergewichts unterstützen kann.   

Sehr häufige Nebenwirkungen von Steglatro® sind Pilzinfektionen der Vagina und andere Infektionen des weiblichen Reproduktionssystems. Zudem wurden seltene Fälle einer diabetischen Ketoazidose berichtet. Besteht ein Verdacht auf eine diabetische Ketoazidose oder liegt eine entsprechende Diagnose vor, ist die Behandlung sofort abzusetzen. 

Bei Patienten mit einer mäßigen Nierenfunktionsstörung ist Steglatro® weniger wirksam, es sollte daher bei diesen Patienten nicht eingesetzt werden. Weitere Informationen zu Nebenwirkungen und Anwendungsbeschränkungen können der Fachinformation entnommen werden.   

Wie alle neuen Arzneimittel unterliegt auch Steglatro® einer zusätzlichen Überwachung durch die Behörden. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdachtsfall einer Nebenwirkung zu melden. 

  

Quellen: 

[1] Fachinformation Steglatro®; MSD; Oktober 2021 

[2] EPAR Steglatro® (European Public Assessment Report - EMA); MSD; 25. August 2020 

[3] Veröffentlichung (Zusammenfassung des EPAR für die Öffentlichkeit) EMA; 05. April 2018: Steglatro® 

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