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Drospirenon - erstmals als kontrazeptives Monopräparat erhältlich

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Ende April hat das Arzneimittel Slinda® des pharmazeutischen Unternehmers Exeltis seine Zulassung erhalten. Damit ist erstmals ein orales kontrazeptives drosperinonhaltiges Monopräparat auf dem deutschen Markt erhältlich.  

 

Bisher ist Drospirenon als Gestagen-Komponente in vielen Kombinationspräparaten enthalten. Dazu gehören sowohl orale Kontrazeptiva (z. B. Daylette®) als auch Medikamente zur Hormonsubstitutionstherapie (z. B. Angeliq®). Mit der Minipille Slinda® steht nun ein rein gestagenhaltiges Kontrazeptivum auf Drospirenonbasis zur Verfügung. Als reine Gestagen-Pille, kann Slinda® daher bei Frauen eingesetzt werden, die keine Östrogene vertragen.

Bei Drospirenon, einem Derivat von Spironolacton, handelt es sich um einen Aldosteron-Antagonisten mit kaliumsparenden Eigenschaften. Die kontrazeptive Wirkung des reinen Gestagen-Kontrazeptivums Slinda® erfolgt vorrangig durch das Verhindern des Eisprungs. Weiterhin bewirkt Drospirenon eine Erhöhung der Viskosität des Schleims im Gebärmutterhals und zeigt gestagene Wirkungen auf die Gebärmutterschleimhaut, welche dadurch dünner wird.

In therapeutischer Dosierung besitzt Drospirenon auch einen antiandrogenen, also hemmenden Effekt auf männliche Sexualhormone und weist schwach antimineralocorticoide Eigenschaften auf. Mit diesen Merkmalen besitzt der Drospirenon ein dem natürlichen Hormon Progesteron stark ähnelndes pharmakologisches Profil.

Die erwähnten kaliumsparenden Eigenschaften haben bei den meisten Patientinnen geringe Auswirkungen, d. h. mit einem Anstieg des Serumspiegels von Kalium ist in den meisten Fällen nicht zu rechnen. Dennoch wird während des ersten Behandlungszyklus bei Frauen mit einer Niereninsuffizienz und Kalium-Werten im oberen Normbereich eine Überwachung des Serumkaliumspiegels vor Therapiebeginn sowie bei gleichzeitiger Anwendung von kaliumsparenden Medikamenten empfohlen.

Slinda® ist in einer Dosierung von 4 mg als Filmtabletten erhältlich. In jeder Blisterpackung sind 24 weiße, wirkstoffhaltige Filmtabletten und 4 grüne wirkstofffreien Filmtabletten enthalten. Es muss jeweils eine Filmtablette täglich an 28 aufeinanderfolgenden Tagen, entsprechend der aufgedruckten Reihenfolge, eingenommen werden. In den ersten 24 Tagen wird eine weiße, an den folgenden vier Tagen jeweils eine grüne Filmtablette eingenommen.

Anschließend wird direkt, ohne Einnahmepause, mit einer neuen Blisterpackung die Einnahme fortgesetzt.

Wichtig ist, die Tabletten jeden Tag etwa zur gleichen Uhrzeit einzunehmen, damit der Abstand zwischen zwei Dosen immer 24 Stunden beträgt. Bei einer verspäteten oder vergessenen Einnahme kann die empfängnisverhütende Wirkung herabgesetzt und damit weitere Methoden zur Kontrazeption erforderlich sein.

Zusätzliche Verhütungsmethoden (z. B. Kondom) können ebenso bei erstmaligem Beginn einer Behandlung mit Slinda® erforderlich sein - je nach vorausgegangener Art der Kontrazeption. Während der laufenden Behandlung kann zudem auch begleitende Medikation, wie beispielsweise die gleichzeitige Einnahme von Arzneimitteln zur Behandlung bestimmter Infektionen (z. B. Clarithromycin, Erythromycin) oder die gleichzeitige Anwendung von Johanniskraut-haltigen Arzneimitteln, zusätzliche Verhütungsmethoden erforderlich machen. Patientinnen sollten daher für die eingehende Beratung ihren behandelnden Arzt oder Apotheker informieren, wenn andere Arzneimittel angewendet bzw. eingenommen werden oder die Einnahme beabsichtigt ist.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen, welche z. T. auch in einer Langzeitstudie berichtet wurden, gehören Blutungsunregelmäßigkeiten, Zwischenblutungen, Akne, Kopf- sowie Brustschmerzen.

 

Quellen:

[1] Fachinformation Slinda®; Exeltis; Februar 2021
[2] Gebrauchsinformation Slinda®; Exeltis; Februar 2021
[3] Fachinformation Angeliq®; Jenapharm; September 2020
[4] Fachinformation Daylette®; Gedeon Richter; Februar 2020

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