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STIKO ver­öffentlicht aktuelle Impf­empfehlungen

Patient wird geimpft
Patient wird geimpft

Die Änderungen umfassen u.a. neue Empfehlungen zu Influenza-Hochdosisimpfstoffen und Reiseimpfungen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) veröffentlicht jedes Jahr im Epidemiologischen Bulletin des Robert-Koch-Instituts (RKI) aktualisierte Impfempfehlungen. Die Empfehlungen für 2021/2022 wurden in der 97. bis 99. Sitzung der STIKO verabschiedet und am 26. August publiziert (Ausgabe 34/2021). 

Wesentliche inhaltliche Änderungen zu den Empfehlungen 2020/2021 betreffen die Impfung gegen Influenza. Diese wird für Personen ab 60 Jahren weiterhin als jährliche Standardimpfung im Herbst empfohlen, nun allerdings unter Verwendung eines inaktivierten quadrivalenten Hochdosisimpfstoffs. Die Empfehlung basiert auf Daten zur relativen Impfeffektivität aus einer randomisierten kontrollierten Studie sowie aus acht nicht-randomisierten Studien, die in den Saisons 2010/2011 bis 2017/2018 an Personen ab 65 Jahren mit trivalenten Impfstoffen durchgeführt wurden. Die Studien zeigten eine geringfügige, aber signifikante Überlegenheit der Impfeffektivität des Hochdosisimpfstoffes bei älteren Menschen. Die vorliegenden Studiendaten lassen eine Übertragbarkeit der Evidenz der trivalenten Hochdosisimpfstoffe auf quadrivalente Hochdosisimpfstoffe sowie die betreffende Altersgruppe zu.

Der derzeit einzige auf dem deutschen Markt verfügbare Influenza-Hochdosisimpfstoff ist Efluelda® vom pharmazeutischen Unternehmer Sanofi. Er enthält 60 Mikrogramm Hämagglutinin (HA) / Stamm - im Vergleich zu herkömmlichen Grippeimpfstoffen die vierfache Menge. Der Impfstoff ist zugelassen zur Immunisierung von Erwachsenen ab 60 Jahren. Sollte es zu Lieferengpässen oder einer Nicht-Verfügbarkeit des Hochdosisimpfstoffs kommen, wird empfohlen, andere inaktivierte quadrivalente Influenza-Impfstoffe (unabhängig vom Impfstofftyp) anzuwenden. 

Weitere Überarbeitungen im Vergleich zum letzten Jahr finden sich zum Thema FSME-Impfungen, welche weiterhin bei Aufenthalten in Risikogebieten sowie für arbeitsbedingt gefährdete Personen empfohlen werden, wobei die Liste der Risikogebiete um die Landkreise Dillingen a.d. Donau, Fulda, Mittelsachsen und Weimarer Land sowie den Stadtkreis Dessau-Roßlau erweitert wurde. 

Im Bereich der Reiseimpfungen gibt es eine Änderung in den Empfehlungen zur Impfung gegen Poliomyelitis - die Impfung ist indiziert bei Reisenden in Regionen mit Infektionsrisiko sowie bei aus Gebieten mit Infektionsrisiko eingereisten AussiedlerInnen, Flüchtlingen und Asylsuchenden, die in Gemeinschaftsunterkünften leben. Die Empfehlungen wurden hier insofern verschärft, dass nun eine Auffrischimpfung gegen Polymyelitis auch bei Personen empfohlen wird, die sich unter vier Wochen in Afghanistan oder Pakistan aufhalten, wenn der Abstand zur letzten Impfdosis mehr als 10 Jahre beträgt. 

Zum Thema Covid-19 wird auf die separate STIKO-Empfehlung zur COVID-19-Impfung verwiesen, die regelmäßig aktualisiert wird. 

Die vorliegenden Impfempfehlungen markieren außerdem den Übergang zu einem neuen Veröffentlichungszyklus: Beginnend mit 2022 wird die STIKO aus Gründen der klareren Zuordnung ihre Empfehlungen jeweils am Anfang eines Jahres veröffentlichen.

 

Quellen:

[1] Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin, Mitteilung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut. 26. August 2021 / Nr. 34

[2] Robert Koch-Institut, Epidemiologisches Bulletin, Mitteilung der Ständigen Impfkommission beim Robert Koch-Institut. 07. Januar 2021 / Nr. 1

[3] Fachinformation Efluelda® Saison 2021/2022; Sanofi Pasteur; August 2021

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