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Neue Indikationen für Rinvoq®

Hand hält eine Tablette zwischen Daumen und Zeigefinger

Colitis ulcerosa und axiale Spondyloarthritis wurden als neue Anwendungsgebiete für Rinvoq® ausgewiesen.

 

Upadacitinib findet aufgrund seiner Eigenschaft als Entzündungshemmer und Immunsuppressivum Anwendung bei verschiedenen Erkrankungen, die durch entzündliche Prozesse gekennzeichnet sind. Dazu gehören rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis, atopische Dermatitis und ankylosierende Spondylitis. Erweiterung fand das Indikationsgebiet zuletzt um Colitis ulcerosa und axiale Spondyloarthritis. 

Rinvoq® ist erwachsenen Patienten vorbehalten mit einer mittelschweren bis schweren aktiven Colitis ulcerosa (CU), die auf eine konventionelle Therapie oder ein Biologikum unzureichend angesprochen haben, nicht mehr darauf ansprechen oder diese nicht vertragen haben.  

Bei Colitis ulcerosa handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung des Dickdarms. Bei den Entzündungsprozessen spielen bestimmte Enzyme (Januskinasen) und Botenstoffe (Zytokine) eine entscheidende Rolle. Zytokine binden an ihre Zielstruktur und das entstehende Signal wird von Januskinasen (JAK1, JAK2, JAK3 oder TYK2) zum Zellkern weitergeleitet. Daraus resultieren verschiedenste Vorgänge, die Entzündungen und das Immunsystem betreffen. Bei Colitis ulcerosa werden die Signale von Zytokinen vor allem über den Januskinase(JAK)1-Weg übertragen. Upadacitinib hemmt u.a. die JAK1 und greift somit in den Entzündungsprozess ein. Anzeichen und Symptome der Erkrankung können so verringert werden. 

Aufgrund der neuen Indikation Colitis ulcerosa ist Rinvoq® jetzt auch in der Stärke von 45 mg erhältlich. Dies entspricht der erforderlichen Initialdosis Upadacitinib bei CU, die über 8 bis 16 Wochen, je nach Ansprechen des Patienten, erforderlich ist. Die Erhaltungsdosis liegt dann zwischen 15 mg bis 30 mg Upadacitinib 1mal täglich und ist nach individueller Ausprägung der Erkrankung und Ansprechen des Patienten zu wählen. Bei älteren Patienten ab 65 Jahren ist generell die niedrigere Dosis von 15 mg empfohlen.  

In den klinischen Studien zu Colitis ulcerosa waren die häufigsten Nebenwirkungen Infektionen der oberen Atemwege, eine Erhöhung der CPK im Blut, Akne, Neutropenie, Ausschlag, Herpes zoster, Hypercholesterinämie, Follikulitis, Herpes simplex und Influenza. Das Sicherheitsprofil bei CU ist mit rheumatoider Arthritis im Allgemeinen vergleichbar. 

Im Juli 2022 wurde durch die Europäische Kommission Rinvoq® auch bei axialer Spondyloarthritis im nicht-röntgenologischen Stadium zugelassen. Es handelt sich um eine Erweiterung des bereits bestehenden Anwendungsgebiets ankylosierende Spondylitis im röntgenologischen Stadium.  

Upadacitinib sollte hier erst gegeben werden, nachdem Patienten kein zufriedenstellendes Ansprechen auf andere Therapien gezeigt haben (z. B. NSAR). Hier kann Rinvoq® durch seine Wirkung auf den JAK-Signalweg Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule lindern und dem Patienten mehr Bewegungsfreiheit im Alltag ermöglichen. 

Die empfohlene Dosis beträgt bei dieser Indikation 15 mg Upadacitinib 1mal pro Tag. Es ist keine erhöhte Initialdosis erforderlich. 

Die Sicherheit bei axialer Spondyloarthritis entsprach ebenfalls den Patienten mit rheumatoider Arthritis. Am häufigsten wurden folgende Nebenwirkungen beobachtet:  Infektionen der oberen Atemwege, erhöhte Kreatinphosphokinase (CPK) im Blut, erhöhte Alanintransaminase, Bronchitis, Übelkeit, Neutropenie, Husten, erhöhte Aspartattransaminase und Hypercholesterinämie. 

Laut Information des pharmazeutischen Unternehmers AbbVie wurden im Juli 2022 Anträge auf Zulassung für ein weiteres Indikationsgebiet, Morbus Crohn, bei der EMA und FDA eingereicht. Gestützt werden die Anträge durch Ergebnisse von drei klinischen Phase-III-Studien zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit mäßig bis schwerem aktivem Morbus Crohn. 

 

Quellen: 

[1] Produktinformation (EMA) Rinvoq®; AbbVie; 05. August 2022 

[2] Pressemitteilung AbbVie; 29. Juli 2022: RINVOQ® (upadacitinib) Approved by European Commission as an Oral Treatment for Adults with Active Non-Radiographic Axial Spondyloarthritis 

[3] Pressemitteilung AbbVie; 27. Juli 2022: AbbVie Submits Regulatory Applications to FDA and EMA for Upadacitinib (RINVOQ®) in Crohn's Disease 

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